Wie die Arbeitssuche in Corona-Zeiten gelingt

Wer auf der Suche nach einem neuen Job ist, hat es momentan nicht leicht. meinKölnBonn.de gibt Tipps, wie Sie sich auch in Zeiten von Corona erfolgreich bewerben und den Arbeitsmarkt im Auge behalten können.

September 2020

GettyImages/Westend61

Steigende Konkurrenz, mehr Bewerberinnen und Bewerber, weniger Stellenanzeigen, mehr Kurzarbeit. All dies sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt und auf die Menschen, die derzeit auf der Suche nach einer Anstellung sind. So ist es kaum verwunderlich, dass die angespannte Situation bei Arbeitssuchenden zunehmend für Frustration sorgt.

Dennoch: Ganz so aussichtlos ist die Lage nicht. Schließlich entstehen bedingt durch die Corona-Pandemie auch Arbeitsplätze – zum Beispiel in den Branchen, die eine neue Aufmerksamkeit und Relevanz bekommen haben. Dort übersteigt das Jobangebot sogar bei Weitem die Nachfrage. Aber nur, wer weiß, wo gerade Bedarf ist und was sich durch Corona gewandelt hat, hat die Vorteile auf seiner Seite.

Wie sich Bewerbungsprozess und Stellenmarkt verändert haben

Personalentscheider gehen im Bewerbungsprozess neue Wege und bieten vermehrt digitale Lösungen an. Vom Vorstellungsgespräch bis hin zum Assessment-Center, der spontanen Arbeitsprobe und dem endgültigen Vertragsabschluss kann mittlerweile alles online abgewickelt werden.

Portale bieten die Möglichkeit, digitale Formulare und Unterlagen bequem hochzuladen und gegebenenfalls sogar den Status der Bewerbung einzusehen. Interviews und Vorstellungsgespräche werden via Videokonferenz geführt. Für die Stelleninteressierten entfallen so Anreisekosten und -zeit. Unternehmen können ebenfalls Kosten sparen, da sie einen geringeren Aufwand für die Rekrutierung haben. Außerdem bewegen sich weniger Menschen im Unternehmensgebäude. Gerade Letzteres ist ein wichtiger Aspekt zur Eindämmung des Coronavirus.

So gelingt die Videobewerbung

5 Fragen zur Vorbereitung der Videobewerbung

  • Funktionieren Internetverbindung, Webcam und Software?
  • Ist mein Hintergrund aufgeräumt und neutral?
  • Sind der Raum und mein Gesicht gut ausgeleuchtet?
  • Kann ich ungestört und in ruhiger Atmosphäre sprechen?
  • Sitzt meine Kleidung und passt sie zum Unternehmen?

5 praktische Tipps für das richtige Verhalten im Videochat

  • Schauen Sie in die Kamera, nicht auf den Monitor – Sie wollen Blickkontakt herstellen und selbst auch angeschaut werden.
  • Körperhaltung beachten: Sitzen Sie aufrecht, aber nicht steif.
  • Sprechen Sie deutlich und lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden – durch die zeitliche Verzögerung kann es zu Überlappungen kommen.
  • Treten Sie professionell auf: Höflichkeit ist trotz Distanz oberstes Gebot.
  • Lächeln nicht vergessen: Mimik und Gestik sind in Videogesprächen besonders wichtig und helfen, Sympathie zu gewinnen.

Aber auch das Angebot offener Stellen hat sich durch die Corona-Pandemie verändert. So liegt derzeit ein neuer Fokus auf den systemrelevanten Berufen. Auch wer bisher nicht in diesen Berufen arbeitet, aber flexibel ist und sich vorstellen kann, in einer dieser Branchen tätig zu sein, hat nun gute Chancen. Den größten Bedarf gibt es derzeit hier:

  • Gesundheitswesen
  • Logistik- und Lagerbereich
  • Lieferdienst und Transport
  • Verwaltung
  • IT-Branche
  • Landwirtschaft

Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger müssen jedoch bereit sein, sich über entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen oder Umschulungen zu qualifizieren. Und wenn es nicht direkt mit einer neuen Stelle klappt, kann auch ein Mini- oder Nebenjob eine Option sein, um schnell wieder in die Arbeitswelt einzusteigen.

Apps, Portale und Onlinestellenbörsen

Zu den international bekanntesten Bewerbungsportalen gehören LinkedIn, StepStone, Indeed und Google for Jobs. Auf nationaler Ebene bietet die Bundesagentur für Arbeit ihre Jobsuche App an. Sie ermöglicht es, bequem mit dem Smartphone nach freien Stellen zu suchen. Unter Studierenden und Universitätsabsolventinnen und -absolventen ist besonders das Portal Stellenwerk gefragt. Einige Universitäten sind hier mit einem eigenen Auftritt vertreten und vermitteln regelmäßig hochschulinterne und -externe Jobs, Nebenjobs und Praktika.

Darüber hinaus gibt es auch Plattformen, die während der Corona-Pandemie entstanden sind und die genau den aktuellen Markt und Bedarf widerspiegeln. Ein Beispiel dafür ist die Jobplattform Das Land hilft, die in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft entstanden ist. Hier können sich Arbeitgeber, die Personal suchen, aber auch Stellensuchende registrieren.

Mit Saisonarbeiten unterstützt die Bundesagentur für Arbeit ebenfalls die Landwirtschaft, aber auch andere Branchen, die Personal suchen. Im Stellenportal kann neben vielen Suchkriterien auch eingestellt werden, dass nur Stellen zur „Aktion Unterstützung in der Corona-Krise“ angezeigt werden.

GoodJobs will mit seiner Kampagne „Held*innen gesucht!“ ebenfalls Organisationen unterstützen, die von Corona betroffen sind. Geworben wird mit nachhaltigen und sozialen Jobs und einer breit gefächerten Ausrichtung.

Für junge Menschen, die eine duale Ausbildung beginnen möchten und die durch die Pandemie Schwierigkeiten haben, gibt es das Informationsportal Die Duale, das erst seit Kurzem online gegangen ist. Angeboten wird die Seite vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Sie bietet Suchenden eine erste berufliche Orientierung mit Hinweisen auf Aus- und Weiterbildungen. Auch zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Berufseinsteiger finden sich hier Informationen.

Anpassungsfähigkeit und persönlicher Einsatz sind gefragt

Obwohl es viele altbekannte und neue Wege gibt, sich zu bewerben und Arbeit zu finden, zählen zu guter Letzt insbesondere das Auftreten und die Überzeugung der Bewerberinnen und Bewerber. Fest steht jedoch: In der Arbeitswelt wird momentan vieles medialer und digitaler.

Nicht nur Personalentscheider und Unternehmen müssen sich an die neuen Bedingungen und Gegebenheiten anpassen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. Auch von Bewerberinnen und Bewerbern wird ein agiles Auftreten erwartet. Wer dies beherzigt und die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt kennt, hat gute Voraussetzungen für einen Job.

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