Unverpackt einkaufen trotz Corona – geht das?

Als Alternative zu herkömmlichen Supermärkten mit ihren Massen an Plastikabfall hat sich der Unverpacktladen mittlerweile etablieren können. meinkölnbonn.de verrät, wie Sie sicher und nachhaltig einkaufen und erstmals oder weiterhin auf Plastik verzichten können.

September 2020

GettyImages/Richard Drury

Das Thema Abfallwirtschaft ist kein neues, bekommt aber wieder mehr Aufmerksamkeit. Ein Grund: Seit der Coronakrise bleiben viel mehr Menschen zu Hause. Das bedeutet auch mehr privaten Müll. Diesen Trend bestätigt Der Grüne Punkt, wonach der Zuwachs an Plastikmüll im privaten Haushalt innerhalb der letzten Monate um etwa zehn Prozent gestiegen ist.

Ein Konzept, das dieser Entwicklung entgegenwirken könnte und zugleich die Umwelt entlastet, ist das Einkaufen von verpackungsfreien und wiederverwendbaren Produkten. Dazu zählen Lebensmittel, Reiniger, Hygieneprodukte und vieles mehr, die bereits ohne Verpackung angeboten werden. Doch viele fürchten sich vor einer Ansteckung mit Coronaviren über Oberflächen und greifen zu Plastik.

Unverpacktes: Sicherheit und Hygiene gewährleistet

Ist diese Angst begründet? Nein, ist sie nicht. Laut dem Vorsitzenden des Verbandes Unverpackt e. V. und Inhaber des Kölner Unverpacktladens Tante Olga kann weiterhin bedenkenlos unverpackt eingekauft werden. Zu diesem Fazit kommt auch Öko-Test in einem Artikel zur Nutzung von Unverpacktläden während Corona. Immerhin gelten für die Läden die gleichen Hygienebestimmungen wie für reguläre Supermärkte in Coronazeiten.

Damit das Anfassen der Schaufeln und Hebel keine Gefahr darstellt, wird jeder Kunde vor dem Betreten des Ladens dazu aufgefordert, sich die Hände zu desinfizieren. Zudem kommt hinzu, dass die Behältnisse und Zangen in regelmäßigen Abständen gereinigt und desinfiziert werden. So auch der Laden selbst. Dies war zwar schon vorher der Fall, dennoch wird die Maßnahme nun noch mal verschärft. In vielen Fällen bietet das Personal auch an, die mitgebrachten Gefäße zu befüllen. Mit Einweghandschuhen und Lebensmitteln, die alle verschlossen sind, haben Keime keine Chance.

Auch der Verein Zero Waste e. V., der sich für Müllvermeidung und -reduzierung einsetzt, kommt zu dem Schluss, dass das Einkaufen im Unverpacktladen „nach heutigem Kenntnisstand ohne erhöhtes Infektions- und Kontaminationsrisiko“ möglich ist.

Außerdem gibt es seitens des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) momentan „keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben“. Dies kann aber, so BfR, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Um sich und andere zu schützen, liegt allen Mitgliedern des Verbandes Unverpackt e. V. außerdem ein Leitfaden für alle Unverpacktläden vor.

Allgemeine Hygieneregeln auch im Unverpacktladen

Zusätzlich zu den Hygienestrategien, die speziell für Unverpacktläden angewandt werden, gelten die allgemeinen Verhaltensweisen, an die sich Kundinnen und Kunden wie üblich zu halten haben. Diese sind:

  • das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes,
  • desinfizieren der Hände beim Betreten des Ladens,
  • Abstand halten,
  • nutzen bereitgestellter Handschuhe, wenn vorhanden,
  • häufiges und gründliches Händewaschen,
  • das Einhalten von Nies- und Hustetikette,
  • Beschränkung der Aufenthaltsdauer.

Es liegt demnach nicht nur an den Läden, sondern auch an den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich beim Einkaufen umsichtig zu verhalten.

Einige Unverpacktläden in Köln und Bonn im Überblick

Köln
Tante Olga in Sülz
Veedelskrämer in Ehrenfeld und im Agnesviertel
migori in der Südstadt

Bonn
Freikost Deinet in Bonn-Duisdorf
et Bönnsche Lädche in Bonn-Zentrum

Mitmachen und Müll vermeiden

Seit der Coronakrise haben einige Organisationen Kampagnen ins Leben gerufen, um an Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu erinnern. Mit dabei ist auch Zero Waste e. V. mit der Social-Media-Kampagne „Unverpackt, jetzt erst recht!“ und die globale Bewegung von „Plastic Free July“, die mit ihrer Challenge dazu aufgerufen hat, Einwegplastik im gesamten Juli, aber auch darüber hinaus, den Kampf anzusagen. Ob unverpackt oder nicht, wichtiger denn je ist in jedem Fall die richtige Mülltrennung und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und Verpackungen.

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