Karneval am Arbeitsplatz – diese fünf Dinge sollten Sie wissen

Der Höhepunkt der fünften Jahreszeit steht vor der Tür – der Straßenkarneval. Allen, die an diesen jecken Tagen arbeiten müssen, verrät meinKölnBonn, wie viel Narrenfreiheit am Arbeitsplatz erlaubt ist.

Februar 2020

Stocksy/SONJA LEKOVIC

Mit dem Straßenkarneval steuert die fünfte Jahreszeit im Rheinland auf ihren Höhepunkt zu. Auf den Straßen tummeln sich bunt verkleidete Menschen, überall ist kölsche Musik zu hören, und es wird gefeiert und getanzt. Wer Karneval nicht leiden kann, mag froh sein, sich zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch am Arbeitsplatz verstecken zu können. Alle anderen trifft es oft hart, wenn sie die jecken Tage im Betrieb verbringen müssen. Doch ein bisschen Karneval geht auch dort, oder? 

Urlaub an Karneval: Gibt es einen Urlaubsanspruch? 

Auch im Rheinland sind die jecken Tage ganz normale Arbeitstage. Es gibt auch keinen rechtlichen Anspruch auf bezahlten oder unbezahlten Urlaub. „Etwas anderes gilt dann, wenn es Freistellungsregelungen im Arbeits- oder Tarifvertrag gibt, wie zum Beispiel die ausdrückliche Gewährung von Sonderurlaub am Rosenmontag. Gibt es eine solche Regelung nicht, ist gegebenenfalls ein Anspruch aus sogenannter betrieblicher Übung denkbar, also wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitern in mindestens drei aufeinanderfolgenden Jahren vorbehaltlos arbeitsfrei an den Karnevalstagen gewährt“, erklärt Franziska Hasselbach von der Kanzlei Hasselbach die sich an den Standorten Köln und Bonn auf die Bereiche Familien- und Arbeitsrecht spezialisiert hat. Sollte es keinerlei Anspruch geben und konnte auch ein Urlaubstag nicht genehmigt werden, warnt Hasselbach davor, einfach krank zu machen. „Wer ohne Zustimmung des Arbeitgebers zu Hause bleibt oder grundlos krankfeiert, also seine Krankheit nur vortäuscht, und dann beim Feiern erwischt wird, für den kann eine Abmahnung oder die Kündigung folgen. Unter Umständen ist sogar die fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung möglich“, betont die Anwältin.

Mit Verkleidung zur Arbeit?

Cowboy, Pirat oder Biene – auf dem Karnevalszug gern gesehen, am Arbeitsplatz nicht immer. Im Zweifelsfall sind Kostüme dort genehmigungspflichtig – besonders im Kundenkontakt. Ob man sich verkleiden darf oder nicht, liegt in der Hand der Vorgesetzten. Sind Sie neu im Unternehmen, sollten Sie sich vorab bei Ihren Kolleginnen und Kollegen darüber informieren, was in der Firma üblich ist. So umgehen Sie unangenehme Situationen, egal in welche Richtung. Sind Kostüme erwünscht, sind Anspielungen auf Vorgesetzte oder das Unternehmen sowie besonders freizügige Kostüme tabu.

Karnevalsmusik am Arbeitsplatz

Das Abspielen von Karnevalsmusik am Arbeitsplatz erfordert, ähnlich wie das generelle Musikhören, die Erlaubnis der Firma. Dies betrifft auch Fernsehübertragungen von Karnevalsumzügen. Allgemein gilt: Die Produktivität darf nicht darunter leiden, dass Musik gehört oder Videos angeschaut werden. Außerdem sollten Sie auch auf die Kolleginnen und Kollegen Rücksicht nehmen, die Karneval vielleicht nicht gern mögen.  

Ist Alkohol an Karneval im Unternehmen erlaubt?

Arbeitsrechtlich unterscheiden sich die Karnevalstage nicht von anderen Arbeitstagen. Ist in der Arbeitsanweisung oder dem Arbeitsvertrag Alkoholkonsum untersagt, so ist dies auch zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch bindend. Ansonsten gilt, dass der Alkohol unter keinen Umständen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen darf. Auch bei einer betrieblichen Karnevalsfeier sollten Arbeitnehmer nicht zu tief ins Glas schauen, denn Witze über Vorgesetzte unter Alkoholeinfluss können die gleichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen wie im nüchternen Zustand. 

Darf ich meinen Kollegen die Krawatte abschneiden? 

Gerade im Rheinland ist es Tradition, dass Frauen den Männern an Weiberfastnacht den Schlips abschneiden. Doch Achtung: Streng genommen kann das als Sachbeschädigung angezeigt werden. Wie bei vielen Fragen zum Karneval am Arbeitsplatz gilt: Informieren Sie sich vorher, was in Ihrem Unternehmen erlaubt und üblich ist. So vermeiden Sie eine Abmahnung oder eine Blamage vor der Belegschaft. 

Im Zweifelsfall gilt: Wer ausgelassen und ohne Sorgen Karneval feiern will, sollte sich vorher um Urlaub kümmern. Für alle, die Karneval nicht mögen, heißt es, im Büro bei jecken Kolleginnen und Kollegen vielleicht ein Auge zuzudrücken und sich stets daran zu erinnern: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“.

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