Füreinander da: Nachbarschaftshilfe in Zeiten von Corona

Das Coronavirus bedeutet für einige Menschen, dass sie nicht mehr vor die Tür gehen können, um zum Beispiel ihre Einkäufe zu erledigen. In der Region haben sich viele Angebote entwickelt, mit denen gesunde Mitbürger alten und vorerkrankten Menschen helfen. meinkölnbonn.de stellt einige Hilfsprojekte aus Köln und Bonn vor.

März 2020

Credit: Stocksy/Ivan Gener

Die Coronakrise verändert unseren Alltag. Ein Ausflug in die Rheinauen bei sonnigem Wetter mit Freunden oder ein Besuch im Kölner Zoo mit den Enkelkindern – das geht in dieser Zeit nicht mehr. Rheinländer, Kölner und Bonner werden gebeten, zu Hause zu bleiben, nur für das Nötigste vor die Tür zu gehen. Social Distancing nennt sich diese Maßnahme, durch die Experten hoffen, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Doch einige unserer Mitmenschen, Nachbarn, Verwandten und Freunde sind auf Nähe zu anderen angewiesen. Beispielsweise, weil sie nicht mehr selbst einkaufen können. Vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen trifft das Social Distancing besonders. Damit auch sie in schwierigen Zeiten nicht allein bleiben müssen, gibt es in Köln und Bonn viele soziale Hilfsprojekte, die Menschen in der Coronakrise unterstützen.

Kölsch Hätz
Dass die Kölnerinnen und Kölner ein großes Herz haben, wissen wir nicht erst seit der Krisenzeit. Nicht umsonst trägt die Nachbarschaftshilfe der Kölner Caritas den Namen Kölsch Hätz. Das Herz der Domstädter schlägt vor allem in schweren Zeiten auch für die, die Hilfe benötigen. Zu diesem Zweck gibt es beim Kölsch Hätz für alle ein Coronatelefon und eine E-Mail-Adresse. Unter 0221 56 95 78 16 oder coronahilfen@caritas-koeln.de können sich sowohl die Kölnerinnen und Kölner melden, die Hilfe benötigen, als auch diejenigen, die ihre Hilfe ehrenamtlich anbieten möchten. Ob Einkaufsdienste, Apothekengänge oder ein Telefonat gegen die Einsamkeit – jede Aktion hilft.

Hins und Kunzt
Das Sülzer Nachbarschaftsatelier Hins und Kunzt hat jetzt ein offenes Hilfsangebot und ein Hilfegesuch-Forum zur aktuellen Coronasituation gegründet. Dort können Menschen ihre Hilfe anbieten und als Angebot in das Forum einstellen, was sie übernehmen können. Menschen, die Hilfe suchen, können die Angebote filtern und die passende Unterstützung heraussuchen oder auch selbst ein Hilfsgesuch einstellen. Im Forum findet sich eine Vielfalt von Unterstützungsangeboten wie Kinderbetreuungshilfen und Einkäufe für kranke und/oder ältere Menschen. Es richtet sich an Helfende und Bedürftige in Sülz, Klettenberg, Lindenthal und Zollstock. Hier können Bürger aus den Bezirken einen Beitrag veröffentlichen.

Yoopies
Die Coronakrise ist besonders für Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten und Kinder haben, eine große Herausforderung: Sie werden jetzt mehr denn je benötigt, aber Kitas und Schulen, in denen ihre Kinder betreut werden, haben geschlossen. Die Kinderbetreuungsplattform Yoopies bietet deshalb Krankenhauspersonal die kostenlose Betreuung ihrer Kinder an. Gleichzeitig werden Menschen gesucht, die dabei helfen möchten. Ziel ist es, ein System aufzustellen, mit dem das Angebot und die Nachfrage nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten so koordiniert werden kann, dass das gesamte Personal von Privatkliniken und Krankenhäusern der Bewältigung der Coronapandemie zur Verfügung stehen kann. Die Anmeldung zu dieser Dienstleistung ist über diesen Link möglich.

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche
Nicht nur ältere Menschen und Vorerkrankte haben gerade eine schwierige Zeit. Auch junge Menschen können damit überfordert sein, plötzlich aus ihrem strukturierten Alltag gerissen zu werden. In der schulfreien Zeit bieten deshalb rund 150 ehrenamtliche Psychologen und Sozialpädagogen eine Online-Beratung an – auch in Köln. Ansprechpartner können hier gefunden werden.

Malteser
Auch wenn viele Malteser-Dienste aktuell eingestellt werden müssen, herrscht in der Coronakrise dennoch kein Stillstand. Ab dem 23. März bietet die Hilfsorganisation einen kostenlosen Einkaufsservice im Kölner Westen an. Wer Hilfe benötigt oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich unter 0221/94976030 oder per Mail unter ehrenamt.koeln@malteser.org melden.

Bürgerzentrum Ehrenfeld
Aufgrund der Schließung des Büze, des Bürgerzentrums Ehrenfeld, bis zum 18. April wurde das Ehrenfelder Nachbarschafts-Hilfe-Telefon ins Leben gerufen. Hierüber soll Hilfe beim Einkaufen, die Vermittlung von Informationen oder auch ein offenes Ohr für Sorgen angeboten werden. Zu erreichen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Telefondienstes von montags bis freitags, 10 bis 14 Uhr, unter 0179/4255267 oder per Mail unter nachbarschaft@bueze.de

CoronaHilfe als Facebook-Gruppen
In den offenen Facebook-Gruppen CoronaHilfe Köln und CoronaHilfe Bonn kann nachbarschaftliche Hilfe gesucht und organisiert werden. Für Menschen, die das Haus nicht verlassen können, wird Hilfe bei Einkäufen und Erledigungen angeboten. Außerdem finden Eltern Unterstützung in der Betreuung ihrer Kinder. Den Gruppen ist ein solidarisches Miteinander besonders wichtig. Jedes Facebook-Mitglied kann den Gruppen beitreten und Fragen und Angebote einstellen. 

Bonner Freiwilligenagentur
Die Freiwilligenagentur Bonn koordiniert verschiedene Angebote und vermittelt Menschen, die ihre Hilfe anbieten möchten, an passende Projekte in ihrer Nähe. Interessierte können sich über ein Online-Formular oder per Mail an die Freiwilligenagentur wenden.
Mehr Informationen finden Sie hier

NETT-WERK Bonn
Eine Bonner Studentin hat in einem Facebook-Post dazu aufgerufen, älteren und kranken Menschen in der Coronapandemie bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu helfen. Daraus ist ein Dokument entstanden, in dem sich die Mitglieder der Facebook-Gruppe mit Zeitangaben und Aufgabenbeschreibungen (beispielsweise Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe oder Tierpflege) eintragen und hier ihre Hilfe anbieten können. 

Junge Bonner für ihren Stadtteil
Im Raum Beuel haben sich zwei Junggesellenvereine zusammengeschlossen, um ihre Mitbürger zu unterstützen. Weitere Hilfe bekommen die Vereine aus Oberkassel und Oberdollendorf von der Freiwilligen Feuerwehr, die ihre logistischen Möglichkeiten zur Verfügung stellt. Ehemalige der Junggesellenvereine sowie ehemalige Schützenkönige kümmern sich um die Koordinierung der Hilfeleistungen. Dienstags und freitags werden dann Einkäufe und Besorgungen für Menschen, die dies nicht selbst tun können, erledigt. 
Mehr Informationen finden Sie hier
Mittlerweile gibt es viele Junggesellenvereine im Bonner Raum, die sich auf diese Weise engagieren. Dazu einfach auf den Internetseiten oder Facebook-Profilen der Vereine nachschauen.

Nachbarschaftshilfe Duisdorf
Auch die Nachbarschaftshilfe der katholischen Kirche Duisdorf hat sich dem Thema Unterstützung in Zeiten von Corona angenommen. Das Erledigen von Einkäufen oder das Ausführen von Hunden für alte oder vorerkrankte Menschen steht hier im Fokus. Die Ehrenamtskoordinatoren treten als Vermittler auf und führen Menschen, die ihre Hilfe anbieten, mit denen, die sie benötigen, in Bonn-Duisdorf zusammen.
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