„Ein Mathe-Genie muss man bei uns nicht sein“

Wer als Banker Karriere machen will, muss spielend leicht mit Zahlen jonglieren, selbst knifflige Berechnungen schnell im Kopf erledigen und Formeln für Zins, Kursgewinn und Co. im Schlaf herunterbeten können – klare Sache. Oder etwa doch nicht? 

Mai 2019

Stocksy/Rialto Images

Das Abschlusszeugnis in der Tasche und bereit für ein neues Kapitel? Da kommt eine Ausbildung doch gerade recht, um nach Jahren im Klassenzimmer endlich Praxisluft zu schnuppern. Vielleicht ist ein theoretisches Studium aber eher dein Ding, und es zieht dich deshalb an Uni oder FH? Oder hast du es mit einem Studium bereits versucht und dich damit noch nicht so recht anfreunden können? Dann ist vielleicht eine Kombination aus Studium und Ausbildung das Richtige für dich. Gut, dass es Unternehmen gibt, bei denen du beide Wege einschlagen kannst.

Thorsten Watzl
Leiter Ausbildung bei der Sparkasse KölnBonn 

Herr Watzl, Sie leiten die Ausbildungsabteilung der Sparkasse KölnBonn und betreuen mit Ihrem Team zurzeit 80 Auszubildende. Wofür können sich junge Menschen bei Ihnen bewerben? 
Thorsten Watzl: Wir bilden zum einen Bankkaufleute aus. Schließlich benötigen wir wie andere Kreditinstitute auch Finanzexperten, die zu allen Geldangelegenheiten Auskunft geben können. Wer sich für ein Studium interessiert, ist bei uns ebenfalls an der richtigen Adresse. Mit unserem Bachelor of Science bieten wir eine Kombination aus Bankausbildung und BWL-Studium an. Da lassen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.   

Sie nehmen regelmäßig an Schul- und Ausbildungsmessen teil und besuchen Kölner und Bonner Schulen, um dort die Nachwuchskräfte von morgen auf sich aufmerksam zu machen. Für den Ausbildungsjahrgang, der am 1. September 2019 startet, sind Sie aktuell auf der Suche nach motivierten Bewerbern. Worauf können sich potenzielle Azubis bei Ihnen freuen? 
Tageslicht sehen unsere Azubis nur nach Feierabend, schließlich sind sie während der Arbeitszeit damit beschäftigt, im Keller Kaffee zu kochen und Unterlagen zu kopieren! Nein, kleiner Spaß am Rande. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Es ist uns wichtig, dass unsere Azubis schnell lernen, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen nicht wochenlang warten müssen, bis sie ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Nachdem sie an ihren ersten beiden Arbeitstagen ihre Ausbilder und Mitazubis kennengelernt und ihr erstes Verkaufstraining absolviert haben, schnuppern sie deshalb bereits am vierten Tag Praxisluft in unseren Filialen und Filialdirektionen. Schon nach einer kurzen Einarbeitungszeit dürfen Sie dort auch gleich voll durchstarten: Geld ein- und auszahlen, Fremdwährungen bestellen, Kunden zu ihren Tresorschließfächern begleiten, ihnen bei Fragen zum Online-Banking oder zu unseren Apps weiterhelfen, Geldautomaten mit neuen Scheinen befüllen und vieles mehr. Gerade der direkte Kontakt zu den Kunden macht unheimlich viel Spaß.
 

Gibt es Arbeitsgebiete, an die die Azubis erst nach und nach herangeführt werden?  
Ja, natürlich. Wir wollen unsere Azubis zwar fördern und fordern, aber in keinem Fall überfordern. Am Anfang kümmern sie sich deshalb vorrangig um Aufgaben des Zahlungsverkehrs und der Kontoführung. Wenn sie darin geübt sind, geben wir ihnen das nötige Rüstzeug an die Hand, um unsere Kunden auch bei der Geldanlage sowie dem Kreditgeschäft fachkundig beraten zu können. Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in diverse Fachabteilungen und lernen unser Haus dadurch von der Pike auf kennen.

Den Kunden die Wege des Vermögensaufbaus aufzeigen oder Kredite vergeben – das ist wirklich eine Menge Verantwortung. Kommt das nicht alles etwas früh für die Azubis? 
Wir bereiten unsere Azubis optimal auf sämtliche Aufgaben ihres Berufsalltags vor und begleiten sie dabei intensiv. So zählen neben den Praxisphasen in den Filialen auch betriebsinterner Unterricht, praxisnahe Verkaufstrainings, Videoschulungen und natürlich der Unterricht in der Berufsschule zu den Ausbildungsinhalten. Wir sind sogar so sehr von den Kompetenzen unserer Azubis überzeugt, dass wir 15 von ihnen bisher einmal jährlich die Möglichkeit gegeben haben, vier Wochen lang eigenständig eine eigene Filiale zu führen. Von der Leitung über die Beratung bis hin zum Service haben sie dabei sämtliche Aufgaben übernommen, die in unseren Filialen anfallen. Momentan arbeiten wir hier an einem neuen Konzept, auf das sich unser Nachwuchs schon jetzt freuen darf. 
Insgesamt ist das schon ein enormer Vertrauensbeweis, der nicht nur von unseren Azubis, sondern auch von unseren Kunden sehr positiv aufgenommen wird. Wahrscheinlich ist auch das ein Grund dafür, dass wir regelmäßig für die hohe Qualität unserer Ausbildungsstandards ausgezeichnet werden. 

Wem können Sie den Beruf des Bankkaufmanns beziehungsweise der Bankkauffrau empfehlen?
Insbesondere Menschen, die kommunikativ sind und Spaß daran haben, mit anderen Menschen umzugehen. Wir beraten Kunden in allen finanziellen Angelegenheiten und verkaufen Finanzdienstleistungen. Daher sind neben einem freundlichen Auftreten auch Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft gefragt. Das Interesse an wirtschaftlichen, kaufmännischen und finanztechnischen Themen rundet das Profil ab.

Welchen Schulabschluss sollten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen? Und braucht es ein „Sehr gut“ in Mathe, um bei Ihnen als Azubi anfangen zu können? 
Wir freuen uns über Bewerberinnen und Bewerber mit Realschulabschluss, Fachhochschulreife und Hochschulreife. In der Sparkasse wird natürlich viel mit Zahlen hantiert, ein Mathe-Genie muss man dafür aber nicht sein. Spaß am Umgang mit Zahlen und ein mathematisches Grundverständnis sollte man aber natürlich mitbringen.

Azubi Kai Mischak zeigt uns seinen Arbeitsplatz:

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung bei der Sparkasse KölnBonn?
Unsere Azubis erhalten derzeit im ersten Ausbildungsjahr 1.068,20 Euro, im zweiten 1.114,02 Euro und im dritten Jahr 1.177,59 Euro. Hinzu kommen vermögenswirksame Leistungen, eine Jahressonderzahlung, betriebliche Altersvorsorge, ein kostenloses Jobticket, ein Lernmittelzuschuss und eine Prämie beim Abschluss der Ausbildung. Das ist ein Gesamtpaket, das sich auch branchenübergreifend sehen lassen kann!

Wie stehen die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden?
Richtig gut, schließlich rekrutieren wir unseren Nachwuchs traditionell aus den eigenen Reihen. Wir beabsichtigen grundsätzlich, allen erfolgreichen Absolventen ein Übernahmeangebot zu unterbreiten.

Auszubildende der Sparkasse KölnBonn mit Spaß beim Fotoshooting

In den Medien ist viel von der Digitalisierung in der Bankenbranche die Rede. Wie wirkt sie sich auf die Sparkasse KölnBonn und die Inhalte Ihrer Ausbildung aus?
Die Digitalisierung spielt auch für uns eine große Rolle. Das Kundenverhalten ändert sich stetig, und wir wollen für unsere Kunden auf allen Kanälen gut erreichbar sein. Was auf der einen Seite eine Herausforderung ist, bietet uns aber auch viele neue Chancen. So haben wir etwa jüngst eine Direktfiliale gegründet, die es ermöglicht, Menschen per Videochat zu beraten. Die Kunden sparen also Zeit und können ihre Bankgeschäfte bequem von zu Hause oder unterwegs aus erledigen. Die digitale Kompetenz unserer Azubis ist hier besonders gefragt, und die jungen Kolleginnen und Kollegen können ihr Geschick im Umgang mit Tablets, VR-Brillen & Co. an der Stelle besonders gut einbringen. Mit Prüfungs.TV gehen wir auch bei der Vermittlung von Lerninhalten digitale Wege, die von unseren Azubis gut angenommen werden. 

Viele Ihrer Absolventen streben nach der Ausbildung eine Weiterbildung an. Welche Möglichkeiten bieten Sie ihnen an?
Sie können sich zum Beispiel an der Sparkassenakademie NRW zum Sparkassenbetriebswirt oder Bankfachwirt weiterbilden. Viele unserer Absolventen entschließen sich nach der Ausbildung aber auch für ein Hochschulstudium – wir unterstützen sie dabei mit unserem Studentenförderprogramm nach Kräften. Unserem Nachwuchs stehen viele Aufstiegsmöglichkeiten offen. So bekleiden mittlerweile auch mehrere ehemalige Azubis, die ich noch persönlich als Klassenlehrer begleiten durfte, Führungspositionen in unserem Haus. Das ist ein Beweis für den Erfolg unserer Ausbildung, der mich gleichzeitig auch ganz persönlich unheimlich stolz macht!

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