Mensch gegen Natur

Sich mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, um gegen drei Uhr in der Früh aufs Rad zu steigen und bei eisigen Temperaturen vom einen Anstieg zum nächsten zu radeln? Was für viele wie ein Auszug aus einem amerikanischen Bootcamp klingen mag, war für Peter Eberhart, Abteilungsleiter bei der Sparkasse KölnBonn,  ein Traum, den er für einen guten Zweck in die Tat umgesetzt hat.

August 2020

GettyImages/EyeEm/ Umberto Leporini

Um den Förderverein des Mukoviszidose-Zentrums Köln e.V. mit einer aufsehenerregenden Spendenaktion zu unterstützen, hat sich der leidenschaftliche Rennradfahrer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Ich schwitze und Du spendest“ fegte Eberhart mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von gut 30 Kilometern die Stunde durch die hügelige Landschaft der Eifel und legte eine Strecke von schier unglaublichen 444 Kilometern am Stück dabei zurück. Wer so eine Mega- Distanz in den bergischen Asphalt fräst, hat von einem inneren Schweinehund vermutlich noch nie etwas gehört, oder? „Freud und Leid lagen eng beieinander“, verrät der „Kilometerfresser“ zwinkernd, „noch nie habe ich bei einer Radtour so viel über mich selbst gelacht, geflucht und geschwitzt.“ 

Kein Wunder, belegt Eberharts App, die die Mega-Distanz aufgezeichnet hat, doch schwarz auf weiß, welch mörderische Tour er dabei zurückgelegt hat: Die rund 444 Streckenkilometer und 3.600 höllischen Höhenmeter legte er in stolzen 14,6 Stunden zurück. 

„Noch nie habe ich bei einer Radtour so viel über mich selbst gelacht, geflucht und geschwitzt.“ 

Peter Eberhart, Abteilungsleiter bei der Sparkasse KölnBonn

Mit fast 9.400 Kalorien verbrannte er bei der Tour damit fast vier Mal so viel Kalorien, wie sie ein Mann durchschnittlich pro Tag benötigt. Gut, dass der erfahrenen Rennradfahrer bereits im Vorfeld ein umfangreiches Care-Paket zusammengestellt hatte, das seine Energiespeicher mit Traubenzucker, Nussriegeln und jeder Menge Flüssigkeit zuverlässig auffüllte. 

Bemerkenswert: Während sich andere vermutlich zähneknirschend durch die zahlreichen Auf- und Abstiege gequält und das Ziel herbeigesehnt hätten, genoss Eberhart die wunderschöne Landschaft. „Als ich morgens um drei Uhr bei sieben Grad losfuhr, führte mich meine Tour durch die wunderschöne Schnee- Eifel, grüne Wälder und saftige Wiesen, über Berge und Täler entlang der wildromantischen Flüsse Prüm und Nims“, schwärmt er. „Die Gegend ist einerseits landschaftlich zauberhaft, mit Blick auf das Streckenprofil andererseits aber teuflisch. Die unzähligen Auf- und Abfahrten haben mir so einiges abverlangt.“ 

Während andere noch im Bett lagen, ging es für Peter Eberhart früh morgens los. 

Mit der richtigen Verpflegung war er gut auf die körperlichen Herausforderungen der Strecke vorbreitet.

Vorbei an Wälder, Feldern und Ortschaften der Eifel führte Eberhart seine Strecke.

Gute Vorbereitung: Um die Strecke zu bewältigen war er bestens vorbereitet.

Der Gedanke ans Aufgeben kam Eberhart dabei nie. Getreu dem Lebensprinzip der Mukoviszidose-Patienten „Never give up“, biss Eberhart die Zähne zusammen und raste trotz brennender Muskeln unbeirrt weiter. Einige tierische Zuschauer wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und säumten den Streckenrand. „Ein Reh, ein Fuchs und ein Dachs haben mich streckenweise begleitet“, erzählt Eberhart, „außerdem haben sich für einige Kilometer vier Freunde an meine Fersen geheftet – das war großartig!“ Von seinen Mitfahrern angepeitscht und die letzten Energiereserven abrufend bewältigte er schließlich die letzten Kilometer bis ins Ziel – Eberhart: 1, Natur: 0. 

Mit seiner persönlichen Tour d‘Eifel hat er dabei nicht nur sportlich ein Ausrufungszeichen gesetzt. Denn: Mit der Charity-Aktion sammelte Eberhart über die Spendenplattform „Gut für Köln und Bonn“ bisher über 10.200 Euro. Bei solch einer überzeugenden Leistung zögerte auch die Sparkasse KölnBonn nicht und unterstützte ihren rasenden Abteilungsleiter mit 444 Euro.

Ganz schön hügelig: Eberhart radelte 444km und 3.600 Höhenmeter für den Förderverein des Mukoviszidose-Zentrums Köln e.V.  

Der Förderverein des Mukoviszidose-Zentrums kann das Geld gut gebrauchen, soll damit doch ein neues Ultraschallgerät finanziert werden. Wie es nach seinem Triumph über die Eifel-Tour weitergehen soll, wollen wir von Eberhart wissen. Der verrät, dass er ursprünglich eine ganz andere Strecke geplant hatte: „Eigentlich war meine Idee, die Charity-Aktion als Einzelfahrer im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings auszufahren. Dieses Großsport- Event mit über 3.000 Teilnehmern war für Juli geplant, wurde aufgrund der Corona-Pandemie allerdings abgesagt.“ Klingt ja fast so, als hätte der Kilometerfresser bereits sein nächstes Opfer gefunden. 

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