Den Wert der Immobilie halten – oder sogar steigern 

Eine Immobilie verkauft sich heute immer und überall? Stimmt nicht. Auch wenn die Nachfrage hoch ist und das Angebot knapp: Wer einen guten Preis erzielen möchte, muss regelmäßig den Werterhalt und idealerweise auch die Wertsteigerung im Blick behalten. Worauf es ankommt, darüber sprach unser Autor Lothar Schmitz mit Philipp Rothländer, Verkaufsleiter bei der S-Corpus Immobilienmakler GmbH.

März 2020

Herr Rothländer, wer gerade eine Immobilie erworben hat, muss sich doch jetzt noch keine Gedanken darüber machen, wie er deren Wert erhält oder gar steigert, oder?
Den Werterhalt Ihrer Immobilie sollten Sie stets im Hinterkopf haben. Stellen Sie sich beispielsweise vor, die Fassade Ihres Hauses hat eine kleine Macke - an dieser Stelle tritt Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein. Wenn Sie das frühzeitig beheben, sind die Kosten gering. Wenn Sie das Problem hingegen nicht behandeln, kann der ursprünglich kleine Mangel zu einer erheblichen und teuren Renovierungsmaßnahme führen. Und – wenn es dann doch mal um den Verkauf der Immobilie geht – zu unangenehmen Kostendiskussionen mit den Kaufinteressenten führen.

Wann sollte denn der Werterhalt, wann eine Wertsteigerung im Vordergrund stehen?
Jeder vernünftige Immobilienbesitzer – vor allem, wenn er oder sie das Haus oder die Wohnung selbst bewohnt – ist daran interessiert, die Immobilie langfristig lebenswert zu erhalten. Er möchte die vorhandene individuelle Wohnqualität mindestens erhalten, häufig auch steigern. Also wird er in regelmäßigen Abständen für die erforderlichen Reparaturen sorgen, in größeren Abständen auch für erheblichere Maßnahmen. Wer zum Beispiel ein 20 Jahre altes Bad erneuert, steigert damit die Wohnqualität – und trägt zum Werterhalt seines Hauses bei.

Philipp Rothländer, Verkaufsleiter bei der S-Corpus Immobilienmakler GmbH

Steigert das nicht eher sogar den Wert der Immobilie?
Durchaus. Aber nicht zwangsläufig. Viele Maßnahmen sind ja auch Geschmackssache. Nicht jede Erneuerung, die dem Eigentümer am Herzen liegt, überzeugt einen möglichen Käufer. Ich habe schon erlebt, dass Käufer Badinstallationen entfernt und durch neue ersetzt haben, obwohl der Alteigentümer sie seinerseits erst kürzlich ausgetauscht hatte – und zwar just in der Hoffnung, damit einen höheren Verkaufserlös zu erzielen. Oft wurde dann mehr Geld für die letztlich überflüssige Investition ausgegeben, als beim Verkauf als zusätzlicher Erlös zu erzielen war.

Aber zweifellos lässt sich der Wert der Immobilie doch steigern.
Das stimmt. Im Grunde tragen alle fachgerecht ausgeführten energetischen und technischen Sanierungsmaßnahmen dazu bei, den Wert der Immobilie nicht nur zu erhalten, sondern auch zu steigern. Insbesondere also Investitionen in eine neue, modernere Heizungsanlage oder in neue, bessere Fenster.

Auch Dämmmaßnahmen sorgen für eine Wertsteigerung, oder?
Aber nur dann, wenn sie mit großer Sorgfalt durchgeführt werden. Das muss wirklich sehr gut gemacht sein. Sonst besteht die Gefahr, dass Kältebrücken entstehen und sich irgendwann Schimmel bildet. Das kann im Extremfall den Wert des Hauses empfindlich mindern. Vorsicht also beim nachträglichen Einbau eines Wintergartens oder ähnlichen Baumaßnahmen: Hier ist wirklich große Sorgfalt geboten!

Wie kann ich sonst noch den Wert steigern?
Wer die Möglichkeit hat und vorausschauend plant, der schafft zum Beispiel durch eine Aufstockung des Daches zusätzlichen Wohnraum. Das kommt beispielsweise den eigenen Kindern zugute. Oder denken Sie an ältere Eigentümer, die dadurch eine Einliegerwohnung schaffen, in die vielleicht eines Tages eine Pflegekraft einziehen kann – oder eine Mieterin oder ein Mieter, was für zusätzliche Einnahmen sorgt. Eine solche Maßnahme erhöht also die eigene Wohnqualität und steigert gleichzeitig den Wert der Immobilie für einen möglichen späteren Verkauf.

Eine neue Heizung oder eine Dachaufstockung sorgen erst einmal für erhebliche Kosten. Was empfehlen Sie?
Wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen rate auch ich dazu, dass Immobilieneigentümer von Anfang an zwei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat zur Seite legen. Also zum Beispiel 250 Euro monatlich, wenn die Wohnfläche 125 Quadratmeter beträgt. Sie können auch weniger Geld sparen, dann allerdings rate ich zu einem Bausparvertrag. Der bietet ihnen nämlich nach Abschluss der Ansparphase die Möglichkeit, einen zinsgünstigen Bausparkredit in Anspruch zu nehmen, womit sich ebenfalls aufwändigere Modernisierungsmaßnahmen finanzieren lassen. Der monatliche finanzielle Aufwand ist überschaubar – und zugleich können Sie aktiv den Wert Ihrer Immobilie erhalten oder gar steigern!

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