Der Klimawandel im Eigenheim – Energetisch sanieren

Das Dach muss erneuert werden? Oder die Fassade? Die Fenster haben schon bessere Zeiten gesehen? Kein Problem: Der Staat unterstützt solche Modernisierungsmaßnahmen – wenn sie der Energieeinsparung und damit dem Klimaschutz gelten.

Februar 2020

Stocksy/HOLLY CLARK

Der Anteil der privaten Haushalte an den Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 ist beträchtlich und lag zuletzt bei rund 17 Prozent. Ein erheblicher Teil dieser Emissionen ist aufs Wohnen zurückzuführen, vor allem also auf das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas. 

Die Bundesregierung will den CO2-Ausstoß in den kommenden Jahren deutlich verringern und fördert zahlreiche Maßnahmen, die dazu beitragen. Das ist auch für Haus- und Wohnungsbesitzer interessant. Denn mit jeder energetischen Sanierungsmaßnahme sparen sie nicht nur Energiekosten, sondern leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz – und profitieren von attraktiven Förderprogrammen.

Was wird gefördert

Die KfW Bankengruppe hat im staatlichen Auftrag zahlreiche Förderprogramme aufgelegt. Wer eine bestehende Immobilie ener-gieeffizient sanieren möchte, kann dafür beispielsweise Fördermittel beantragen.

Typische Maßnahmen für mehr Energieeffizienz sind:

  • Dämmung der Fassade und Sonnenschutz
  • Dämmung des Daches
  • Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz
  • Optimierung der Heizungsanlage
  • Erstanschluss an Nah- oder Fernwärme

Wie wird gefördert?

Prinzipiell sind zwei Formen von Förderung möglich: Einzelne Maßnahmen können durch einen Förderkredit von bis zu 50.000 Euro finanziert werden, die Komplettsanierung zu einem sogenannten KfW-Effizienzhaus mit einem Förderkredit von bis zu 100.000 Euro. Möglich ist aber auch ein Investitionszuschuss zur Komplettsanierung oder zu einzelnen energetischen Maßnahmen. Die Zuschussbeiträge sind sehr unterschiedlich und liegen je nach Maßnahme zwischen zehn und 30 Prozent der förderfähigen Kosten, also zwischen 5.000 und 30.000 Euro.


Was ist zu beachten?

Wer plant, eine energetische Maßnahme fördern zu lassen, muss dazu vorher eine von der KfW zertifizierte Energieberaterin oder -berater kontaktieren. Die Kosten dafür liegen im Normalfall zwischen 100 und 400 Euro. Energieberater informieren darüber, welche Maßnahmen energetisch sinnvoll sind, welche Verbesserungen sich dadurch erzielen lassen und worauf es ankommt. Entscheidet sich die Hausbesitzerin oder der Hausbesitzer dann für eine KfW-Förderung, meldet der Energieberater das entsprechende Vorhaben an die KfW.

Da für die KfW-Förderung das Hausbankprinzip gilt, wendet sich der Eigentümer parallel an seine Hausbank, beispielsweise die Sparkasse KölnBonn. Hier helfen die Kundenbetreuerinnen und -betreuer gemeinsam mit den Experten des ImmobilienCenters bei der Antragstellung und stellen damit die KfW-Förderung sicher.

Varianten

Die KfW-Fördermittel sind staatlich subventioniert, die Zinsen betragen derzeit lediglich rund 0,75 Prozent. Doch auch wer den Planungsaufwand gemeinsam mit einem Energieberater scheut, kann energetisch sanieren und dafür, wenn nicht genügend Eigenkapital vorhanden ist, einen Kredit in Anspruch nehmen. Die Sparkasse bietet dazu den klassischen Modernisierungskredit an. Möglich sind bis zu 50.000 Euro ohne spezielle Sicherheiten. Dann müssen die geplanten Maßnahmen nicht KfW-Anforderungen entsprechen und auch nicht mit einem Energieberater abgestimmt sein. Die Zinsen dafür liegen derzeit bei 1,5 bis 3,0 Prozent.

Wer eine sanierungsbedürftige Immobilie erwirbt, muss natürlich kurzfristig handeln. In den übrigen Fällen gilt: Modernisierungen stehen häufig erst in einigen Jahren an. „Deshalb sollte jeder Hausbesitzer vorausschauend spätere Modernisierungen von Anfang an einplanen und dafür Geld zurücklegen“, empfiehlt Daniel Zwior vom Team Bausparen der Sparkasse KölnBonn. Eine Faustregel lautet: Die Rücklage sollte zwei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Monat betragen. Davon sollte stets ein Teil kurzfristig verfügbar sein, ein Teil kann längerfristig angelegt werden.

Als aktuell günstigsten Weg, um längerfristig Rücklagen zu bilden, empfiehlt Zwior ein Bausparkonto. Der später benötigte Finanzierungsbetrag setzt sich in der Regel aus 40 Prozent angespartem Eigenkapital und 60 Prozent Kredit zu einem festgelegten Zinssatz zusammen. KfW-Nachweise sind nicht erforderlich. Wer also zum Beispiel 10.000 Euro anspart, hat einen Anspruch auf ein Bauspardarlehen von weiteren 15.000 Euro zu einem garantierten Darlehenszins ab 0,99 Prozent per annum, kann also Modernisierungsvorhaben von 25.000 Euro verwirklichen – oder mehr, falls zusätzliches Eigenkapital vorhanden ist.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sparkasse Newsletter

Unser Newsletter

Erhalten Sie mit unserem Newsletter einmal im Monat
spannende Informationen und hilfreiche Tipps.

Hier abonnieren

Magazin durchsuchen...

Unser monatlicher Newsletter

Hier abonnieren