Der demografische Wandel im Eigenheim – Barrieren reduzieren

Wir werden immer älter – und irgendwann gebrechlich. Das sorgt im eigenen Haus oder der Wohnung für ganz neue Herausforderungen. Wer länger in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, sollte rechtzeitig Barrieren reduzieren, etwa im Bad oder auf dem Weg zur Haustür. Der Staat unterstützt entsprechende Modernisierungsmaßnahmen.

Februar 2020

Credit: Stocksy/ROWENA NAYLOR

Wer sein Eigenheim vorausschauend altersgerecht umbauen möchte, kann zur Finanzierung entsprechender Maßnahmen in den Genuss von KfW-Fördermitteln kommen. Ab 2020 stehen dafür sogar mehr Mittel als bisher zur Verfügung: Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat die verfügbaren Fördermittel um 25 Millionen auf insgesamt 100 Millionen Euro erhöht! 

Was wird gefördert?

Die KfW Bankengruppe hat im staatlichen Auftrag zahlreiche Förderprogramme aufgelegt. Wer eine bestehende Immobilie altersgerecht modernisieren möchte, kann dafür Fördermittel beantragen.

Typische Maßnahmen, die Barrieren reduzieren, sind:

  • Schwellen entfernen
  • Wände und Durchgänge versetzen
  • Küche umbauen
  • Bad umbauen
  • Terrassen und Balkone und deren Zugänge gestalten

Nach Beobachtung von Daniel Zwior, Modernisierungsexperte der Sparkasse KölnBonn, stehen Barriere reduzierende Badsanierungen ganz oben auf der Wunschliste vieler Kundinnen und Kunden.

Wie wird gefördert?

Prinzipiell sind zwei Formen von Förderung möglich: Einzelne Maßnahmen können durch einen Förderkredit von bis zu 50.000 Euro finanziert werden – und zwar unabhängig vom Alter der An-tragstellerin oder des Antragstellers. Die Zinsen betragen derzeit lediglich rund 0,78 Prozent. Möglich ist aber auch ein Investitionszuschuss. Dabei gibt es zwei Arten: zum einen zehn Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 5.000 Euro) für eine Einzelmaßnahme; zum anderen 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 6.250 Euro) für die Komplettsanierung „Altersgerechtes Haus“.

Was ist zu beachten?

Damit energetische Modernisierungsmaßnahmen gefördert werden, muss vor Beginn der Baumaßnahmen eine Energieberaterin oder ein -berater eingeschaltet werden. Für die Förderung der Reduzierung von Barrieren ist dies nicht erforderlich. Das Handwerksunternehmen, das mit den entsprechenden Maßnahmen beauftragt wird, muss lediglich bestätigen, dass die technischen Voraussetzungen der KfW, die in den Förderkriterien festgelegt sind, eingehalten werden. Dies muss aus dem Angebot hervorgehen.

Da für die KfW-Förderung das Hausbankprinzip gilt, wendet sich der Eigentümer parallel an seine Hausbank, beispielsweise die Sparkasse KölnBonn. Hier helfen die Kundenbetreuerinnen und -betreuer gemeinsam mit den Experten des ImmobilienCenters bei der Antragstellung und stellen damit die KfW-Förderung für Kunden sicher.

Varianten

Auch Maßnahmen zum Einbruchschutz werden von der KfW gefördert. In diesem Fall können ebenfalls Kreditmittel genutzt werden, und zwar analog zur Barrierereduzierung, da es sich um dasselbe Programm handelt. Möglich ist alternativ ein Investitionszuschuss von bis zu 1.600 Euro.

Wer keine KfW-Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, kann auch auf einen Modernisierungskredit der Sparkasse KölnBonn zurückgreifen. Möglich sind bis zu 50.000 Euro ohne spezielle Sicherheiten. Die Zinsen dafür liegen derzeit bei 1,5 bis 3,0 Prozent.

Wer nicht jetzt, möglicherweise aber in Zukunft an Barriere reduzierende Modernisierungsmaßnahmen denkt, sollte schon jetzt dafür Rücklagen bilden. Dazu empfiehlt sich beispielsweise ein Bausparkonto. Der später benötigte Finanzierungsbetrag setzt sich in der Regel aus 40 Prozent angespartem Eigenkapital und 60 Prozent Kredit zu einem festgelegten Zinssatz zusammen. Wer also zum Beispiel 10.000 Euro anspart, hat einen Anspruch auf ein Bauspardarlehen von weiteren 15.000 Euro zu einem garantierten Darlehenszins ab 0,99 Prozent per annum, kann also Modernisierungsvorhaben von 25.000 Euro verwirklichen – oder mehr, falls zusätzliches Eigenkapital vorhanden ist. Weiter Pluspunkt: Bei dieser Finanzierungsvorbereitung sind keinerlei Auflagen der KfW zu berücksichtigen.

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