Robocop für die professionelle Geldanlage

Automatisierte Anlagehelfer erleichtern den Einstieg in die Aktienmärkte. Das Beispiel des Robo-Advisor bevestor aus der Sparkassen-Welt zeigt gerade in der Krise: Auf den richtigen Mix von Mensch und Maschine kommt es an. 

Juni 2020

GettyImages/Andriy Onufriyenko

Zehn Schritte, fünf Minuten, ein persönliches Paket: So zügig erhalten Anleger mit dem Programm bevestor einen Vorschlag für den passenden Anlagemix. Wer auf Rendite aus ist und auch in unruhigen Zeiten gut schlafen kann, bei dem ist der Aktienanteil höher. Steht dagegen die Sicherheit im Vordergrund, besteht das Portfolio vor allem aus verlässlichen Anleihen- und Geldmarktfonds. 

Die Besonderheit: Die eigentliche Arbeit des Mischens und Anlegens übernehmen Algorithmen. Der bevestor, der zum Sparkassen-Fonds-Spezialisten Deka gehört, ist ein sogenannter "Robo-Advisor". Dahinter verbergen sich Softwareprogramme, die durch Fragebögen das Risikoprofil des Anlegers ergründen – und dann automatisiert einen passenden Anlagevorschlag zusammenstellen. "Es ist eine Lösung für Selbstentscheider, die einen einfachen digitalen Weg für eine professionelle Geldanlage suchen", fasst es Marc Gerrit Sassenhof, Leiter der Filialdirektion Hahnentor der Sparkasse KölnBonn zusammen. Die Digitalisierung senkt die Hürden zu einer personalisierten Vermögensverwaltung. Was früher erst ab hohen Investmentsummen möglich war, ist nun auch bei kleineren Anlagebeträgen – und auch als monatlicher Sparplan – möglich. 

In der aktuellen Situation können die digitalen Anlagehelfer besonders interessant sein. Weil die Kurse an vielen Märkten zurückgingen, kann sich der Einstieg, bspw. durch eine regelmäßige Einzahlung besonders lohnen. Denn die meisten Robo-Advisor sind auf eine langfristige Geldanlage ausgerichtet. Ein Start jetzt kann also dabei helfen, mögliche Aufholbewegungen der kommenden Jahre mitzunehmen. Noch halten sich nämlich viele Deutsche zurück, wenn es um ein Mitspielen an den Märkten geht: Knapp zehn Millionen Menschen besaßen hierzulande im vergangenen Jahr Aktien oder Aktienfonds – das war sogar ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2018.

Fix zum fertigen Portfolio

In den vergangenen Jahren wurden diese Robo-Advisor immer populärer. Nach Zahlen des Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) griffen in vergangenen Jahr bereits mehr als 310.000 Menschen in Deutschland auf diese Programme zurück. Insgesamt wurden so bereits etwa 7,5 Milliarden Euro angelegt. Beide Werte haben in den vergangenen Jahren jeweils um etwa 40 Prozent zugelegt.

Die Robo-Advisor bringen dabei ähnliche Vorteile mit wie viele Online-Portale: Je nach Präferenz des Nutzers vergleichen sie im Hintergrund zahlreiche Optionen – und schlagen den persönlich passenden Mix vor. Zudem können Anleger die Geldanlage tätigen, wann sie wollen. Auch am Abend oder am Wochenende steht das Angebot bereit, falls man auf der Couch oder dem Balkon in Ruhe clevere Anlagemöglichkeiten durchspielen will. 

Marc Gerrit Sassenhof ist Leiter der Filialdirektion Hahnentor der Sparkasse KölnBonn

Günstig zum personalisierten Mix

Ein weiterer Vorteil für Anleger: Für den Einstieg sind keine hohen Summen nötig. bevestor etwa beginnt bei einer einmaligen Anlagesumme von 1000 Euro oder einem monatlichen Sparplan von nur 25 Euro. So gelingt auch mit kleinen Anlagesummen der Zugang zu einer professionellen Vermögensverwaltung. Zudem müssen die Robo-Advisor nur vergleichsweise geringe Gebühren verlangen, um ihre Services anbieten zu können – einen Teil der Arbeit übernehmen ja schließlich die Algorithmen. 

Hinter den intuitiv gestalteten Fragebögen stecken dabei in der Regel klassische Anlageprodukte. Die Robo-Advisor setzen meist auf einen Mix aus sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), also nachgebildeten Indexfonds, und traditionellen Fonds. So lassen sich verschiedene Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko, in der Regel Aktien, Renten und Rohstoffe, gut abbilden. Beim bevestor führt der Anlageassistent den neugierigen Nutzer am Ende zu einem von fünf verschiedenen Mixturen. Die können bei bevestor individuell noch mit attraktiven Themeninvestments ergänzt werden – etwa wie Digital Lifestyle, Industrie 4.0 oder Gesundheit und Pflege.

Zudem erweitert bevestor nun sein Portfolio um eine komplett neue Anlageklasse. Nutzer des Robo-Advisors können neben einem breit angelegten Portfolio auch gezielt auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. "Da sehen wir eine nachhaltige Nachfrage“, sagt Sassenhof, „und auch die Performance muss bei diesem Thema nicht mehr konterkariert sein."

Zusammenspiel von Mensch und Maschine 

Klar ist jedoch: Wer sich über einen Robo-Advisor an verschiedenen Märkten beteiligt, ist auch den Schwankungen dort ausgesetzt. Das Portfolio des bevestor-Anlegers wurde zu Beginn der Corona-Pandemie jedoch nicht übermäßig stark in die Tiefe gezogen. Dabei hat zum einen das ausbalancierte Zusammenspiel von Anlageexperten und Algorithmen geholfen. Denn die Software führt ja nur aus, was die Profis an Leitlinien vorgeben. bevestor hatte bereits vor der Krise den Aktienanteil leicht zurückgefahren. Der Grund: Im vergangenen Jahr waren viele Werte stark gestiegen. 

Die sogenannte "quantitative Strategie" sorgt jedoch dafür, dass es kein zu starkes Übergewicht von bestimmten Anlageklassen geben darf. Dabei ging es nicht darum, einzelne Aktien aus dem Fonds zu entfernen – sondern allgemein etwas stärker umzuschichten. Der Investmentprozess des bevestor hat für Aktien ein erhöhtes Risiko erkannt und die Anlagemittel wurden entsprechend anderweitig investiert. Als die Kurse dann abstürzten, zahlte sich diese Herangehensweise aus. Zum anderen bietet der Robo-Advisor aus der Sparkassen-Welt auf Wunsch noch den sogenannten optionalen Anlageschutz*. 

Dann überwacht ein Algorithmus, gesteuert von Experten der Deka-Gruppe, mit Argusaugen, wie sich das Portfolio und die Märkte entwickeln. 

Sinkt das Portfolio unter einen vorher vereinbarten Schwellenwert, tauscht bevestor schwankungsanfälligere Werte gegen stabilere Fonds. "So können Anleger an den Entwicklungen der Kapitalmärkte teilhaben, ohne temporäre, größere Schwankungsverluste in Kauf nehmen zu müssen", erläutert Sassenhof. Mensch und Maschine sorgen so für eine sichere Möglichkeit, ohne große Aufwand an den Märkten teilzunehmen: "Es ist gewissermaßen das Beste aus beiden Welten", sagt Sassenhof.

* Beim Anlageschutz handelt es sich um eine Risikomanagement-Strategie und nicht um eine Garantie. In bestimmten Marktsituationen können die definierten Verlustschwellen auch überschritten werden. Der Anlageschutz wird von der Deka-Vermögensmanagement GmbH erbracht

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