Hybrid, Plug-in-Hybrid oder doch ein E-Bike? Die Qual der Wahl bei der Mobilität

In Köln und Bonn gibt es viele Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen: Vom Leihfahrrad über den E-Scooter, Busse und Bahnen bis hin zum eigenen Rad oder Wagen ist alles möglich. Noch vor einigen Monaten sah es allerdings so aus, als ob Autos ein Auslaufmodell sein könnten. Das hat sich durch die Corona-Pandemie wieder geändert.

August 2020

Christina Reichl Photography

Alleine im Auto unterwegs sein gilt nicht erst seit den Fridays for Future-Demonstrationen als Umweltsünde. Eigentlich ist es in großen Städten wie Köln und Bonn auch gar nicht nötig, denn es gibt ein gutes Bus- und Bahnnetz, das sogar ständig erweitert wird. Doch die Corona-Pandemie hat Autofahren wieder aufgewertet – genauso übrigens wie Fahrradfahren: Mit dem E-Bike sind sogar längere Strecken schnell zurückzulegen. Der große Vorteil des Individualverkehrs: Alleine soll man in Corona-Zeiten sicherer unterwegs sein als in Zügen, Bussen oder Bahnen. Denn dort sind oft viele Menschen auf engem Raum zusammen. 

Hinzu kommen die derzeitigen steuerlichen Vergünstigungen durch die gesenkte Mehrwertsteuer, die teure Anschaffungen wie ein E-Bike oder ein neues Auto interessanter machen. Für manche Neuwagen mit alternativem Antrieb gibt es außerdem Zuschüsse. Bevor man sich aber für den Kauf eines Wagens oder eines E-Bikes entscheidet, gibt es einiges zu beachten.

Mobil auf vier Rädern

Mit der Entscheidung für ein neues Auto steht man ganz am Anfang eines möglicherweise langwierigen Informationsprozesses. Denn heute geht es längst nicht mehr nur um die Fragen: Neuwagen oder Gebrauchter? Benziner oder Diesel? Bar oder auf Pump? Vielmehr hängt es immer mehr von der persönlichen Lebenssituation ab, welches Auto, welcher Antrieb und welche Form der Bezahlung zu einem passt. Ganz zu Beginn sollte man sich fragen, ob man wirklich ein Auto besitzen will – oder ob es einem möglicherweise reicht, ein Auto zu fahren. Natürlich gibt es auch Lösungen für diejenigen, die sich noch nicht zu 100 Prozent sicher sind.

„Für Hybrid und Plug-in-Hybride gibt es durchaus schon einen Gebrauchtwagenmarkt.“

Roman Suthold, Fachbereichsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein

Ich will Autobesitzer sein

Wer ein eigenes Auto möchte, hat die Wahl zwischen einem Neuwagen oder einem Gebrauchten. Der Vorteil des Gebrauchten: Er ist logischerweise günstiger. Der Neue dagegen kann ganz individuell konfiguriert werden und hat alle technischen Möglichkeiten, die man sich so wünscht. 

Entscheidet man sich für einen alternativen Antrieb, also beispielsweise einen Hybrid, einen Plug-in-Hybrid oder gar ein Elektro-Auto, wird die Situation gleich noch etwas komplexer – dafür tut man auch etwas für die Umwelt: „Für Hybrid und Plug-in-Hybride gibt es durchaus schon einen Gebrauchtwagenmarkt“, sagt Roman Suthold, Fachbereichsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein in Köln und Honorarprofessor für Mobilitätswirtschaft an der Hochschule Fresenius. Er fuhr selbst lange Jahre einen Hybrid-Wagen, bevor er auf Plug-in-Hybrid gewechselt ist: „Meine Erfahrung ist, dass es bei der Batterie nach fünf Jahren keinerlei Abnutzungseffekte gab“. Darum würde er auch bedenkenlos einen gebrauchten Hybrid- oder Plug-in-Hybrid-Wagen kaufen.

Anders sieht es beim E-Auto aus: „Erstens gibt es derzeit keinen Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos – soweit sind wir einfach noch nicht. Zweitens kommt es sehr auf den Vorbesitzer und die Vorbesitzerin an: Wer das Auto immer nur an der Schnellladesäule angeschlossen hat, dürfte die Batterie schon etwas in Mitleidenschaft gezogen haben“, so der Mobilitätsexperte. „Drittens halte ich es für sinnvoller, ein E-Auto zu leasen, weil man dann am Ende keine Probleme mit der Batterie hat“. 

Über den Antrieb kommt man schon zur Finanzierung: Denn neben dem Autokredit und der Barzahlung gibt es eben auch andere Möglichkeiten wie das Leasing. Oder auch Kombinationsmodelle: „So kann beispielsweise als Barzahler beim Händler oder der Händlerin auftreten, wer einen Kredit aufnimmt“, erklärt Nektarios Alewa, Finanzierungsexperte bei der Sparkasse KölnBonn. Eventuell lassen sich auf diesem Weg noch einige Prozente heraushandeln – oder zumindest Zugaben wie Fußmatten, Tankgutscheine oder eine Handyhalterung.

Ich bin nicht sicher, ob ich ein Auto kaufen möchte

Wer sich noch nicht für oder gegen den Kauf entschlossen hat, kann beispielsweise mit der Drei-Wege-Finanzierung die Entscheidung in die Zukunft verschieben. Auch beim Leasing kann man oft am Ende der Laufzeit überlegen, ob man den Wagen behält oder nicht. Im Gegensatz zur Drei-Wege-Finanzierung können Geschäftskunden beim Leasing allerdings die Kosten für den Wagen steuerlich geltend machen. Nektarios Alewa hat meinkoelnbonn.de in einem anderen Artikel noch mehr Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Finanzierungsformen genannt.

Für die verschiedenen Eigentümer-Typen bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten des Autofahrens an.

Ich will Auto fahren, aber dabei maximal flexibel bleiben

Für alle, die zwar Auto fahren wollen, aber kein eigenes Auto wünschen, gibt es ebenfalls interessante Angebote: Volvo und Sixt beispielsweise bieten ein so genanntes Auto-Abo an. Dabei sind bei beiden mit der monatlichen Rate Versicherung, Wartung, Steuern und Reparatur bereits abgegolten. Bei Volvo wird keine Anzahlung fällig, bei Sixt jedoch eine Startgebühr. Nach drei Monaten kann der Kunde oder die Kundin bei Volvo entweder ganz aus dem Vertrag aussteigen oder das Fahrzeug wechseln. Bei Sixt kann der Vertrag monatlich gekündigt werden. Die Angebote dürften für alle diejenigen interessant sein, die für eine befristete Zeit aus privaten Gründen oder möglicherweise wegen eines beruflichen Projektes viel fahren müssen. Vor Abschluss sollte man sich jedoch genau die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchlesen, um zu wissen, ob es beispielsweise bei den Versicherungen oder der Kilometerleistung Einschränkungen gibt.

Unterwegs auf nur zwei Reifen

Wer in der Regel nur kürzere Strecken zurücklegt, und sich die lästige Parkplatzsuche in Köln und Bonn sparen möchte, kann natürlich auch über den Kauf eines E-Bikes nachdenken. Deren Zahl steigt in ganz Deutschland übrigens kontinuierlich: Der Zweirad-Industrie-Verband hat im April mitgeteilt, dass bereits 5,4 Millionen E-Bikes auf der Straße sind. Jedes dritte verkaufte Fahrrad sei demnach 2019 ein E-Bike gewesen. 

Bei den Rädern mit Motor muss man zwischen einem Pedelec und einem echten E-Bike unterscheiden: Der Motor ist bei Letzterem unabhängig vom Treten, beim Pedelec hat er eine unterstützende Wirkung. Darum ist das E-Bike auch ein Kleinkraftrad, das Pedelec ein Fahrrad. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur informiert in einem Faltblatt über die Unterschiede beispielsweise bei der Versicherungs- oder Helmpflicht. In einem ist der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec übrigens nicht so groß, und das ist der Preis: Man muss schon von einer niedrigen bis mittleren vierstelligen Summe ausgehen, wenn man sich solch ein Fahrrad kaufen möchte. Wer soviel Geld nicht angespart hat, kann einen Privatkredit bei seiner Sparkasse dafür aufnehmen. Übrigens können in Köln bis 2. Oktober 2020 beispielsweise Mieter- oder Eigentümergemeinschaften einen Antrag auf die Förderung eines E-Lastenrads stellen.

Jeder Jeck ist anders – und fährt anders! Daher bieten sich für die verschienen Typen unterschiedliche Formen der Autonutzung an.

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