Onlineshopping: Identifikation per Fingerabdruck für den sicheren Einkauf

Sie kaufen gerne und oft im Internet ein? Dann sollten Sie sich mit den Begriffen „Mastercard Identity Check“ und „Visa Secure“ auseinandersetzen – auch wenn die Namen keine Lust darauf machen. Doch wer sich nicht rechtzeitig kümmert, wird im Zweifel nicht mehr mit der Kreditkarte auf Shoppingtour online gehen können. Marion Strohmenger, Kreditkartenspezialistin bei der Sparkasse KölnBonn, erklärt, was dahintersteckt.

Juli 2020

Stocksy/Pixel Stories

Wenn ich Begriffe lese wie ‚Mastercard Identity Check‘ und ‚Visa Secure‘, dann schreckt mich das ab. Muss ich mich wirklich damit auseinandersetzen?
Marion Strohmenger:
Wenn Sie mit der Kreditkarte beim Einkaufen im Internet bezahlen wollen, dann ja. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass es viel weniger Aufwand ist, als man so denkt.

Dann fangen wir mal am Anfang an: Was hat es denn damit auf sich? 
Es gibt eine Richtlinie der EU, mit der Onlineshopping sicherer gemacht werden soll. Das finden Sie sicherlich auch gut, oder? Dazu wird beim Bezahlen geprüft, ob der Käufer auch wirklich der Besitzer der Kreditkarte ist. Das nennt man einen Identitätscheck. Die Fachbegriffe dafür sind bei der Mastercard ‚Mastercard Identity Check‘ und bei der Visa Karte ‚Visa Secure‘. Mit dem Vorzeigen eines Personalausweises hat das jedoch nichts zu tun. Im Gegenteil geht dieser Check sehr einfach und in nur wenigen Sekunden über das Smartphone. Allerdings muss man sich beziehungsweise seine Kreditkarte dafür einmalig neu registrieren. 

Aha. Und wie genau läuft das ab?
Im Regelfall über das Smartphone. Damit das allerdings funktioniert, müssen Sie einmal zu Beginn zwei Minuten investieren. Sie müssen nämlich die App ‚S-ID-Check‘ aus dem App Store oder bei Google Play herunterladen und dann den Anweisungen folgen. Das heißt: Sie fotografieren die Kreditkarte ab oder geben die Nummer händisch ein, werden dann durch den Registrierungsprozess geleitet, bestätigen das Ganze – und schon können Sie wieder überall im Netz mit der Kreditkarte bezahlen. Sie bestätigen einen Kauf dann künftig auf dem Smartphone. Entweder bei den neueren Geräten durch den Gesichtsscan oder das Auflegen Ihres Fingers oder durch einen festgelegten Code. Schließlich wird es eher nicht passieren, dass Betrüger sowohl Ihre Kreditkarte als auch Ihr Smartphone haben – und dann noch den Code kennen beziehungsweise Ihren Fingerabdruck oder Ihr Gesicht zur Freigabe nutzen können.

Das klingt in der Tat recht sicher. Aber noch eine App? Muss das sein?
Es ist tatsächlich der bequemste Weg. Falls Sie kein Smartphone haben, können Sie auch im Onlinebanking festlegen, dass Sie künftig während des Einkaufens eine TAN per SMS auf Ihr Handy geschickt bekommen. Diese geben Sie zur Kaufbestätigung im Internet ein. Sie können das alles übrigens ganz ausführlich im Internet nachlesen

Okay. Das klingt machbar. Was mache ich, wenn ich irgendwann ein neues Smartphone kaufe? Gibt es dann Probleme?
Eigentlich nicht. In der App finden Sie genau für diesen Fall ebenfalls eine Anleitung. Sollten Sie allerdings ein neues Smartphone kaufen, weil das alte gestohlen wurde oder weil Sie es verloren haben, dann sollten Sie zur Sicherheit die Hotline anrufen. Genauso, wie wenn Ihre Kreditkarte gestohlen wurde oder verloren ging.

Das verstehe ich. Was ist, wenn ich im Ausland bin? Funktioniert das Verfahren dann auch?
Wenn Sie im Netz sind, und einkaufen können, wird auch die App Ihrer Sparkasse funktionieren. Haben Sie kein Netz, funktioniert sie natürlich nicht. Aber dann können Sie auch nicht online auf Shoppingtour gehen.

Gutes Argument. Kostet mich das eigentlich etwas?
Nicht bei der Sparkasse KölnBonn. Bei uns ist der Download der App sowie die entsprechende Bestätigungsnachricht beim Einkauf kostenlos. Genauso das Zusenden der TAN als SMS, falls Sie kein Smartphone haben.

Alles klar. Und bis wann muss ich mich um die Sache gekümmert haben?
Sie sollten das so schnell wie möglich machen. Eigentlich gab es einen Termin für den Herbst 2019. Der wurde aber nicht von allen Händlern gehalten, darum hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihn auf unbestimmte Zeit verschoben. Aber: Einige Händler verlangen die Identifikation beim Einkauf bereits jetzt. Andere arbeiten daran, und werden bald nachziehen. Je länger Sie also warten, desto größer wird die Gefahr, dass Sie eines Tages nicht bezahlen können, weil der Identifikationscheck nicht durchgeführt werden kann. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn Sie ein Schnäppchen gemacht hätten, das Ihnen jetzt jemand anders wegschnappt. Schließlich kann man die Kreditkarte in der Zwischenzeit sehr vielseitig einsetzen.

Marion Strohmenger – Kreditkartenspezialistin bei der Sparkasse KölnBonn.

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