Coronavirus an der Börse: Was Anleger jetzt tun sollten – und was nicht

Die Aktienmärkte stehen unter Druck, Lieferketten sind unterbrochen, die Sorge vor einem Einbruch der Konjunktur ist groß. Regierungen und Notenbanken weltweit stemmen sich gegen die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft. Was bedeutet das für Anleger und ihr Geld? 5 wichtige Fragen und Antworten.
 

31. März 2020

Die Finanzmärkte stehen unter Druck, Lieferketten sind unterbrochen, die Weltwirtschaft schlittert in die Rezession. Regierungen und Notenbanken weltweit stemmen sich gegen die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft. Was bedeutet das für Anleger und ihr Geld? Wir beantworten fünf zentrale Fragen.

1. Soll ich meine Aktien jetzt verkaufen?

Die Auswirkungen des Coronavirus sind breiter als zu Anfang gedacht. Grund ist vor allem die schnelle Ausbreitung der Krankheit. Das verunsichert auch die Aktienmärkte. Anleger sollten jetzt nicht hektisch ihre Wertpapiere aufgrund der Verunsicherung verkaufen. Das gilt umso mehr, wenn Sie langfristig anlegen. Für Privatanleger ist es sinnvoll, selbst durch größere Kursrückgänge wie gegenwärtig hindurchzufahren. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Erstens glichen sich langfristig in der Vergangenheit solche Kursrücksetzer regelmäßig wieder aus. 
  • Zweitens ist das richtige Markttiming eine recht tückische Sache. Es kann passieren, dass die Märkte plötzlich wieder nach oben drehen und man nach dem Verkauf den Anschluss verpasst.
Deka Bank

2. Soll ich jetzt Aktien kaufen?

Deutliche Kursrückgänge sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Gelegenheit, auf lange Sicht Positionen aufzubauen. Diese profitieren besonders von einer Erholung. Die Gefahr liegt darin, dass Sie nach deutlichen Kursrückgängen zu früh kaufen und in das sogenannte fallende Messer greifen – dass die Kurse also möglicherweise weiter fallen. 

Als Anleger sollten Sie geplant vorgehen und freie Anlagegelder in kleinen Portionen sukzessive in Aktien tauschen. Auf diese Weise können Sie bei eventuell zunächst noch etwas weiter fallenden Kursen von entsprechend günstigeren Einstiegsniveaus profitieren.

3. War der Börsen-Crash eine notwendige Korrektur am Finanzmarkt oder der Beginn einer neuen Wirtschaftskrise?

Der Finanzmarkt lebte in den vergangenen Jahren von dauerhaft niedrigen Zinsen und von einer moderaten, aber stetigen Konjunktur. Davon haben viele Unternehmen weltweit profitiert.

Das Coronavirus ist ein Konjunkturkiller. Die bisher gute Konjunktur sei durch Covid-19 für wahrscheinlich zwei Quartale ausgebremst. Die Einschränkungen für das private Leben wie die Produktionsprozesse der Unternehmen führen in Deutschland und in vielen anderen Ländern in eine Blitzrezession. Es handelt sich jedoch um ein zeitlich befristetes Phänomen. Bei einer Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte werde auch die Börse wieder an das gute Umfeld von vorher anknüpfen. Das Coronavirus ist ein externer Schock, vergleichbar mit einer Naturkatastrophe – heftig, aber vorübergehend.

Ein Risiko in dieser Zeit liegt ohne Zweifel im Finanzsektor. Vorsicht und Misstrauen sind nach den Erfahrungen in der Krise 2008 weiterhin hoch. Notenbanken und Finanzministerien sind weltweit dabei, umfassende Maßnahmen nach dem Motto "whatever it takes" umzusetzen und stabilisierend einzugreifen, um die negativen wirtschaftlichen Folgen abzumildern.

4. Hilft jetzt die Europäische Zentralbank?

Die Hilfen der EZB liegen in den kommenden Wochen weniger im Bereich der Nachfrageankurbelung. Hier hat sie ihre Mittel ja bereits sehr stark ausgenutzt. In diesem Bereich ist hingegen die US-amerikanische Notenbank aktiv geworden. Sie hat dies bereits mit zwei Entscheidungen außerhalb des Sitzungsrhythmus getan und den Leitzins auf null gesenkt.  

Die EZB hat beschlossen, dass sie Mittel zur Erhaltung der Finanzstabilität einsetzen wird, und zwar von der Breitstellung von Liquidität bis zum Ankauf von Wertpapieren in einem ungleich größeren Volumen aus einem breiteren Spektrum als bisher schon. Das hat einen beruhigenden Effekt auf die Märkte.  

Hiervon sollten insbesondere Unternehmensanleihen guter Bonität profitieren. Die Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen sind infolge der globalen Ausbreitung des Coronavirus deutlich angestiegen und nähern sich bereits dem Niveau der "Eurokrise" von 2011 und 2012 an. Dies könnte in einem Umfeld anhaltend niedriger Zinsen eine attraktive Einstiegsgelegenheit für längerfristig orientierte Investoren bieten.

5. Muss ich als Sparer um mein Erspartes fürchten?

Die Einschränkungen in der Wirtschaft durch den Coronavirus werden noch eine Weile lang bestehen bleiben. Letztendlich sind sie aber temporär. Notenbanken und Regierungen können die Besorgnisse um die Finanzstabilität weiterhin gut beantworten.

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